Handy immer griffbereit - Strahlenbelastung hin oder her

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Handy immer griffbereit - Strahlenbelastung hin oder her

Handy immer Griffbereit

Haben Sie vor dem Handykauf auf den SAR-Wert geachtet?  Die Strahlenbelastung spielt beim Handykauf bisher kaum eine Rolle. Das ist laut Thomas Jung vom Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) ein beunruhigener Trend.

Zum SAR-Wert: Beim Telefonieren mit dem Handy werden hochfrequente elektromagnetische Felder zur Übertragung von Informationen eingesetzt. Ob gesundheitliche Risiken mit diesen Feldern verbunden sind, hängt vom sogenannten SAR-Wert ab, dem Wert der „spezifischen Absorptionsrate“. Unterhalb von 2 Watt pro Kilogramm – dem für Handys zulässigen Höchstwert – sind keine schädigenden Wirkungen nachgewiesen.

Laut BfS ist vor allem bei Kindern die wissenschaftliche Risikobewertung mit Unsicherheiten behaftet. „Kinder befinden sich noch in der Entwicklung und könnten gesundheitlich empfindlicher reagieren“, erläutert Jung. „Deswegen sollte man die Strahlenbelastung vorsorglich möglichst gering halten. Zum Beispiel, indem man beim Kauf eines Handys darauf achtet, dass der SAR-Wert nicht über 0,6 Watt pro Kilogramm liegt.“

Statt SAR-Wert sind es vor allem Preis, Zusatzfunktionen, Schnelligkeit und Design die beim Handykauf entscheiden.
Und das Handy ist dann nicht mehr wegzudenken. So liegt nicht nur bei vielen Erwachsenen sondern auch bei 40% der Erst- bid Viertklassler das Handy abends neben dem Bett.  Das ergab eine Untersuchung im Auftrag des BfS.

Immerhin ist die Strahenbelastung des Kopfes bei Jugendlichen geringer, da sie weniger telefonieren und so das Smartphone seltener am Ohr haben. So nutzen Kinder das Smartphone hauptsächlich zum Spielen, SMS-Verschicken und Musik hören. Bei Jugendlichen kommt eine deutlich stärkere Nutzung von Messaging-Diensten und Kamera hinzu.

Tipps zur Strahlenminimierung bei Smartphones: Da die Nutzung von Smartphones in zunehmend jüngeren Jahren beginnt und die Forschung nie ausschließen kann, dass ein – wenn auch kleines – gesundheitliches Risiko besteht, rät Jung, folgende Tipps zu beachten, damit die Strahlenexposition möglichst gering bleibt.

  • Deaktivieren Sie beim Smartphone Ihres Kindes „Datenverbindungen über Mobilfunk“. Damit ist es telefonisch erreichbar und kann unterwegs offline spielen. Wer unbedingt auf dem Smartphone online spielen will, sollte das zuhause über eine WLAN-Verbindung tun. Bei WLAN ist die Sendeleistung in der Regel niedriger als bei den Mobilfunkstandards UMTS, GSM oder LTE.
  • Rufen Sie E-Mails nur bei Bedarf manuell ab.
  • Vermeiden Sie den Abruf von E-Mails, während Sie telefonieren. Je geringer der Hintergrunddatenverkehr, desto geringer die Strahlenbelastung.
  • Wenn Sie oder Ihr Kind das Smartphone am Körper tragen, achten Sie auf den vom Hersteller angegebenen Mindestabstand. Verwenden Sie das dazu mitgelieferte Tragezubehör.

Wer jetzt ein Handy mit niedrigem SAR-Wert kaufen möchte, findet hier die SAR-Werte zahlreicher Handy-Modelle, zusammengestellt vom BfS.

20.08.2014 von Torsten Leidloff